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Feuer für Seele und Netzwerk

DIE BESONDERE WIRKUNG EINES KAMINZIMMERS AUF DIE KOMMUNIKATION

Die Flammen tanzen. Der orangefarbene Schein blendet leicht und dennoch starren wir hin und können kaum wegschauen. Die Wärme geht nicht nur in unsere Gliedmaßen, sondern direkt in unsere Seele und berührt uns dort wo wir einfach nur Mensch sind. Ein heimeliges Gefühl macht sich breit. Wo ein Feuer lodert fühlen wir uns auf seltsame Weise zu Hause. Aber weshalb ist das so?

Evolutionstheoretiker meinen: Da der Flammenschein früher Schutz vor der Dunkelheit und vor wilden Tieren versprach, gebe er auch heute noch ein Gefühl der Sicherheit. Und freilich musste diese Sicherheit bewahrt werden. Das Feuer musste also gut beobachtet werden, damit es nicht erlischt. „Ich könnte stundenlang darauf schauen“, ist häufig am Lagerfeuer zu hören – ein archaischer Reiz der in Urzeiten im Menschen angelegt wurde und der uns fern von Konventionen, Rollen und Positionen als Gemeinschaft um die lodernden Flammen zusammenbringt. Der also den kleinsten gemeinsamen Nenner - unsere menschliche Natur - anspricht. Und zwar die menschliche Natur des Homo Sapiens, die es ohne die Beherrschung des Feuers nicht gegeben hätte.

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Ohne die wärmende Energie, die das Überleben in unwirtlichen Gegenden ermöglichte und ohne gekochtes Essen, welches das Wachstum des Gehirns förderte, wäre der Homo sapiens wohl nie geworden, was er heute ist. Die daraus resultierende Verehrung des Feuers in vielen Religionen erklärt sich damit von selbst.

Das Lagerfeuer als Ursprungsort der Kultur

Die amerikanische Anthropologin Polly Wiessner von der University of Utah misst dem offenen Feuer aber noch eine weitere Bedeutung bei, und zwar nichts weniger als die Entstehung der Kultur. Ein halbes Jahr lang hat sie die Tagesabläufe von Buschmännern in Botsuana und Namibia verfolgt. Am Tag drehten sich ihre Gespräche meist um die Organisation der Arbeit oder die Regelung von sozialen Beziehungen. Am Abend hat Wiessner entdeckt, was auch jeder Zeltausflug mit Lagerfeuer des örtlichen Sportvereins zeigt: Am Lagerfeuer schaffen Menschen Verbindungen zueinander, indem sie ihre Geschichten erzählen und sich austauschen. Dazu wird getanzt und gesungen. Am abendlichen Lagerfeuer werden demnach kulturelle Werte und Normen gefestigt und weitergeben, auch an Menschen aus anderen Kulturen. Das Feuer gab also quasi Starthilfe für Kultur- und Sozialverhalten.

Netzwerk-Katalysator

Der Platz am lodernden Schein ist also der perfekte Ort, um vertrauliche Gespräche zu führen und sein Gegenüber besser kennenzulernen. In gemütlicher Atmosphäre wird Netzwerken auf die nächste Ebene gehoben. Menschen öffnen sich. Anders als in der hektischen Pause eines Kongresses oder der After-Work-Veranstaltung in einem angesagten Club – eher, wie beim gemütlichen Glas Wein nach dem gemeinsamen Essen in einem angenehmen Restaurant. Und genau diese Gefühle machen sich heute viele Konferenz-Hotels mit Kaminzimmer zunutze. Und nicht umsonst werden kleine vertrauliche Runden zum Informationsaustausch „Kamingespräch“ genannt, auch wenn kein Feuer dabei lodert.

Gemeinsam Neues entfachen

Der Kreativ-Campus LIVE AT STUTTGART, der bis Mitte 2017 nach dem Konzept LIVE AT WORK entsteht, nutzt den heimeligen Ort am bitzelnden Feuer um die Funken zwischen den Menschen, die im Kreativ-Campus aufeinander treffen, überspringen zu lassen und dadurch gemeinsam Neues zu entfachen.

 

  HIER GEHT ES ZUM PROJEKT LIVE AT STUTTGART 

 

 

FOTO CREDITS
Startbild: liveatwork.de
Bild 1:  Pexels

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