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Maker Space: Teilen, sparen, Welt verändern

Die neue Ideenschmiede für Macher

Hier fallen Späne, dort rattert eine Nähmaschine und hinten in der Ecke surrt der 3D-Drucker. So unterschiedlich wie die Maschinen im Raum sind auch die Menschen, die an ihnen arbeiten: In den angesagten Maker Spaces versammeln sich kreative Macher, die Dinge aller Art von Hand fertigen – hobbymäßig oder professionell. Sie basteln an Prototypen neuer Produkte oder einfach nur am Schaukelpferd für die kleine Tochter. In den offenen Werkstätten teilen sie verschiedenste Spezialwerkzeuge, Maschinen, modernste Technik und das Wichtigste: ihr Wissen. Das Problem, dass viele Menschen nicht die Mittel für die Geräte haben, mit denen sie ihre Ideen umzusetzen könnten, wird damit gelöst. Durch das Teilen von Wissen und den Zugang für jedermann zu modernster Technik will die Maker-Bewegung die Welt verändern.

 

Einfürung Besuchen und Durchstarten

Klar darf nur der eine Maschine benutzen, der weiß, wie's geht. Dazu bieten Maker-Spaces Einführungskurse für blutige Anfänger an oder Workshops, in denen die Teilnehmer den professionellen Umgang mit Kreissäge, Schweißgerät oder Fräse für individuelle Spezialanfertigungen erlernen. Welche Workshops es sein sollen und sogar welche Werkzeuge und Techniken angeschafft werden, dürfen die Nutzer in den meisten Maker-Spaces, mitbestimmen.

 

FABLABS, Hacker spaces, Repair Café

Im FabLab (fabrication laboratory) hat die Maker-Bewegung ihren Ursprung – aber dazu später mehr. Hier gibt es vor allem technische Maschinen zur Fertigung von Einzelstücken. Typischen Geräte sind 3D-Drucker, Laser-Cutter und CNC-Maschinen. Das Ziel ist klar: Jeder bekommt Zugang zu modernen industriellen Produktionsverfahren, die in der Regel einem kleinen Kreis von Menschen zur Verfügung steht.

In Hackerspaces treffen sich Menschen, die an digitalen wissenschaftlichen, technischen oder künstlerischen Projekten arbeiten und – klar – Hacker. Es geht hier vor allem darum, Wissen weiterzugeben und damit den Wissenstransfer in technischen Bereichen zu fördern – zum Beispiel über Do-it-yourself-Sessions oder Workshops, Präsentationen aber auch bei Spielpartys. Im Gegenzug gibt es von Hackerspaces, die meist als Verein betrieben werden, Internetzugänge, Strom und Getränke. Manche haben sogar Duschen und eine Küche. Oftmals stellen sie auch Werkzeuge bereit und bei manchen ist die Entfernung zum FabLab nicht mehr weit. Denn dort nutzen die Leute 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Fräsen, Bandsägen...

Repair-Cafés gehören oft zum Angebot von Maker-Spaces und FabLabs. Dabei kann jeder sein kaputtes technisches Gerät an einem bestimmten Tag vorbeibringen und es gratis reparieren lassen. Dazu gibt es Kaffee und manchmal auch Kuchen. Die Veranstalter wollen damit ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen.

 

Wissen außerhalb des Schulsystems weitergeben

Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern haben Maker-Spaces einen großen Einfluss. Sie helfen dort, wo Bildung über das Schulsystem nicht jedem möglich ist. Insbesondere in Asien und Afrika bieten sie durch den Zugang zu Wissen und Technologie Hilfe zur Selbsthilfe.

Aber auch Deutschland hat die Vorteile außerschulischer Lernorte entdeckt: Das Bundesforschungsministerium baut mit der Initiative „Make Light” die Zusammenarbeit mit der deutschen Maker-Bewegung auf. Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden gefördert, und die Maker-Szene mit Workshop-Festivals und zahlreichen Aktivitäten unterstützt.

 

So begann das Maker Movement

Am Anfang war das FabLab, das Neil Gershenfeld am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Jahre 2002 initiierte. Die Botschaft davon ging rapide um die Welt und wurde zur Maker-Bewegung (Maker Movement). Unzählige FabLabs schossen in den USA wie Pilze aus dem Boden. Sie brachten die digitale Revolution mit Siebenmeilenstiefeln voran. Etwa zehn Jahre später kam die Macher-Bewegung auch in Europa an und nimmt heute richtig Fahrt auf. Das ursprüngliche Teilen von modernsten technischen Geräten wurde durch das Angebot von Werkzeugen aller Art und mechanischen Maschinen erweitert. Nicht selten findet man heute auch Fotozubehör in Maker-Spaces. Die Gruppe der Nutzer erweitert sich also stetig.

 

In Deutschland spät aufgeschlagen aber bombig explodiert

Das erste deutsche Maker Space eröffnete 2013 in Köln. Es ist Teil der dortigen Bibliothek. Der Trend kam hierzulande zwar erst spät an, scheint aber die USA im Eiltempo einholen zu wollen. Innerhalb von wenigen Jahren ist die Zahl der FabLabs explodiert. Wikipedia zählt fast 60 bestehende und 21 Stück, die in der Entstehung sind, auf.

 

Größter Maker Space Deutschlands entsteht in Stuttgart

 

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Maker bekommen ab Juli 2017 in Stuttgart jede Menge Platz, um sich auszutoben. Und zwar innerhalb des Coworking-Space-Projekts LIVE AT Stuttgart, das auf insgesamt 36 000 Quadratmetern mit vielen weiteren neuen Ideen die Arbeitswelt revolutionieren will. Das Besondere: Im Haus gibt es den sogenannten Makers Market Place. Jeder Macher bekommt dort seinen eigenen Cube, in dem er vorne verkaufen und hinten eine kleine Werkstatt einrichten kann. Dazu können Macher gemeinsam mit Startups, Innovationsabteilungen von Konzernen und Künstlern das hauseigene Lab und den riesigen Maschinenraum nutzen. Sie netzwerken also weit über die Macher-Bewegung hinaus. Über 2000 Menschen werden im Gebäude arbeiten und zahlreiche Gäste werden erwartet - damit also auch ordentlich Kundschaft für den Makers Market Place, den LIVE AT Stuttgart zum Erlebnis für alle macht. 

  HIER GEHT ES ZUM PROJEKT LIVE AT STUTTGART 

 

 

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Startbild: liveatwork.de
Bild 1:  liveatwork.de

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